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Aus der "Westerwälder Zeitung": Neue Großpfarrei startet feierlich
Glaube Gründungsgottesdienst in Hachenburg – Pfarrer Winfried Roth offiziell ernannt
Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich
Mit einem festlich-fröhlichen Gottesdienst haben zahlreiche Katholiken aus den ehemaligen Pfarreien Hachenburg, Bad Marienberg, Mörlen und Nistertal am Sonntag die Gründung ihrer neuen Großpfarrei St. Maria Himmelfahrt Hachenburg gefeiert. Hauptzelebrant war Pfarrer Wolfgang Rösch, Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators im Bistum Limburg, der die neue Gemeinschaft mit einer Großfamilie verglich, in der es keine Konkurrenz, aber auch keine Uniformität geben dürfe. „Jeder in dieser Familie hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Schicksal, seine eigene Würde, die er auch behält. Aber das Miteinander soll alle bereichern“, so Rösch.
Den Sonnenschein an diesem Sonntagmorgen wertete er als gutes Vorzeichen für den neuen Weg, der vor den Gläubigen liegt. Seitens der Hauptamtlichen versprach Rösch der versammelten Gemeinde in der voll besetzten Pfarrkirche in Hachenburg offene Ohren und Herzen für Fragen jeglicher Art. Andererseits brauche Kirche die Gläubigen, die auch bereit seien, Verantwortung in der Gruppe zu übernehmen, die mitgestalten möchten und sich einer wertschätzenden und konstruktiven Aufgabe annehmen.
Das Tagesevangelium zur Berufung der ersten Jünger übertrug er auf die Situation in der Großpfarrei: In der biblischen Gemeinschaft habe es anfangs noch keine festen Strukturen, wohl aber Grundprinzipien gegeben, die alle Mitglieder geteilt hätten. So wie die Apostel sollten sich auch die heutigen Gemeindemitglieder von der Aufbruchsstimmung, der Vitalität und Frische des Neuen anstecken lassen und dabei stets auf Jesus verweisen – in der Familie wie im öffentlichen Leben. Ein „Einfach so weiter“ könne es nicht mehr geben. „In unserer Kirche ist vieles in Würde alt geworden. Daher müssen wir das Schöne, Begeisternde in der Kirche neu erfahren und weitergeben“, so Röschs Appell. Der Glaube sei ein Abenteuer, bei dem es meistens anders komme, als man erwarte. „Aber Gott meint es gut mit uns.“ Die neue Pfarrei müsse kommenden Generationen Heimat bieten, dürfe aber dabei die Älteren nicht vergessen.
Hauptort der Großpfarrei ist die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Hachenburg, die anderen, ehemals eigenständigen Gemeinden bleiben Kirchorte. Schon bei der Auftaktveranstaltung zum Pfarreiwerdungsprozess im März vergangenen Jahres hatten Vertreter des Bistums betont, dass alle Kirchen ihre Patronate behalten und Orte der Sakramentsspendung bleiben. Verantwortlicher Pfarrer der Großpfarrei ist Winfried Roth, dem Rösch während der Messe die offizielle Ernennungsurkunde verlieh. Die Abtei Marienstatt mit ihrer Basilika bleibt als besonderer geistlicher Ort mit eigenem Gepräge bestehen. Das Vermögen der früheren Pfarreien wird auf die neue übertragen, bleibt aber zweckgebunden, teilte Rösch mit.
Pfarrer Roth, der seinem langjährigen Bekannten Rösch für dessen „gute Worte“ dankte, wählte als Hauptmotiv für seine Ansprache ein Buch mit sieben Siegeln. Ein solches sei anfangs auch die Großpfarrei gewesen. Doch mit ihren Fürbitten lieferten Lektoren aus den einzelnen Kirchorten Anstöße, um diese Siegel zu öffnen. Diese waren: Dank für Vergangenes, loslassen können, annehmen, Geduld, Mut, Erfahrungen und Gottvertrauen.
Beste Segenswünsche für die Pfarrei neuen Typs überbrachten auch die vier Kirchenchöre innerhalb der Gemeinschaft, die unter anderem zum Abschluss des Gottesdienstes gemeinsam den irischen Gruß „Möge die Straße uns zusammenführen“ sangen. Für musikalische Akzente an der Orgel sorgte Veronika Zilles.
Mitgefeiert wurde das Gründungshochamt auch vom Marienstatter Abt Andreas Range, den beiden Priestern Pater Guido Dupont und Pater Sebastian Elavathingal, Bezirksdekan Heinz-Walter Barthenheier sowie Diakon Michael Krämer. Allen Anwesenden rief Pfarrer Roth am Ende freudig zu: „Das macht Lust auf mehr!“