Aktuelles-Archiv
Aus der "Westerwälder Zeitung": Verbände sind gegen Windkraftnutzung in VG Bad Marienberg
Stellungnahme BUND, Gnor, Nabu und Naturschutzinitiative sind sich einig – Einzelne Potenzialflächen wurden detailliert bewertet
Die Umweltverbände im Westerwald nehmen kritisch Stellung zur Fortschreibung des Flächennutzungsplanes in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg. Ihr Fazit: „In der VG ist keine Windenergie möglich.“ Vertreter der einzelnen Verbände – Harry Neumann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kreisgruppe Westerwald, Antonius Kunz von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (Gnor), Katharina Kindgen vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) Kroppacher Schweiz und Mitglieder der Naturschutzinitiative Westerwald – äußerten sich nun zu den sechs Potenzialflächen.
Auf allen sechs Flächen erhebliche Konfliktpotenziale gefunden
Bei Fläche 1 handelt es sich um ein Gebiet nördlich von Norken, durch das die Kleine Nister fließt, die ein wichtiges Nahrungshabitat für verschiedenste Tierarten, beispielsweise Rotmilan und Schwarzstorch, darstellt. Die Umweltverbände sagen zusammenfassend: „Der Verlauf der Kleinen Nister wird in jedem Fall als hochwertig betrachtet und ist aufgrund der Zugehörigkeit zum FFH-Gebiet Nistertal und Kroppacher Schweiz zuzüglich eines ausreichenden Schutzabstandes von jeglichen Planungen auszunehmen.“ Fläche 2 befindet sich südöstlich von Langenbach bei Kirburg. In diesem Gebiet nistet ein Rotmilan. Im Nordostbereich wurde außerdem eine Wildkatze beobachtet, denn das Gebiet befindet sich im Verlauf eines Wanderkorridors europaweiter und nationaler Bedeutung. „Für den nordöstlichen Bereich von Fläche 2 ist von einem erheblichen Konfliktpotenzial auszugehen. Daher ist dieser Bereich aus den weiteren Planungen herauszunehmen“, lautet die Zusammenfassung der Verbände.
Lebensräume von Rotmilanen, Fledermäusen und Co. schützen
Die Marienberger Höhe (Fläche 3) beheimatet unter anderem brütende Uhus, Rotmilane und verschiedene Fledermausarten. Die Verbände dazu: „Aufgrund der Konfliktpotenziale, die sich im südlichen Teil ergeben, ist dieser Bereich aus einer potenziellen Windenergienutzung auszunehmen. Zum Schutz der Natur und des Landschaftsbildes lehnen wir darüber hinaus Windindustrieanlagen auf der Bad Marienberger Höhe entschieden ab.“
Auch Fläche 5, südlich Nistertal, sei aufgrund des erheblichen Anteils am Vogelschutzgebiet „Westerwald“ als Potenzialfläche vollkommen abzulehnen, betonen die Umweltverbände. Die Fläche 6, östlich Dreisbach, wurde aufgrund des Konfliktes mit dem Flugplatz in Ailertchen herausgenommen und ist laut den Verbänden auch naturschutzfachtechnisch als Potenzialfläche strikt abzulehnen.
„Der Ausbau der Windindustrieanlagen kann nur innerhalb der ökologischen Leitplanken erfolgen: der konsequenten Beachtung des Natur-, Arten-, Menschen- und Landschaftsschutzes. Ansonsten kommt der Schutz der Biodiversität und damit der Schutz unseres Klimas unter die Räder. Dies werden wir nicht akzeptieren. Wir werden alle legalen Möglichkeiten nutzen, um dies zu verhindern“, betonen die Verbände. Larissa Schütz