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Aus der "Westerwälder Zeitung": Mörlen hofft auf Fördergelder fürs Bürgerhaus
Treffpunkt Gebäude muss dringend energetisch saniert werden
Von WZ-Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich
Eine Sanierung des Bürgerhauses Mörlen würde nach Berechnungen eines Architekten rund 250 000 Euro kosten. Der Gemeinderat hatte den Planer mit der Ermittlung der Kosten beauftragt, da die Unterhaltung des Gebäudes nach Auskunft des Ersten Beigeordneten Thomas Mockenhaupt mittlerweile etwa stattliche 20 000 Euro pro Jahr verschlingt. Vor allem die alte Ölheizung in der in den 60ern zunächst als Dorfschule errichteten Immobilie schlägt hier gewaltig zu Buche. Doch nicht nur das: Der Schornsteinfeger hat angekündigt, die veraltete Anlage nicht mehr abzunehmen. „Es drängt. Wir müssen unbedingt etwas unternehmen“, betont Mockenhaupt.
Die Frage, die sich den Verantwortlichen der Gemeinde nun stellt, ist allerdings, ob zunächst nur in einer Einzelmaßnahme die Heizung ausgetauscht wird (geschätzte Kosten 16 000 bis 17 000 Euro), oder ob sich der Rat direkt für eine umfassende Generalsanierung entscheidet, die auch eine Erneuerung des Daches, eine Wärmeisolierung, eine Solaranlage zur Warmwasserversorgung sowie eine Modernisierung des Fensterglases umfassen würde. Das Problem dabei: Das Geld dafür hat die Gemeinde nicht. „Aber Einzelmaßnahmen wären sinnlos. Schon jetzt müssen wir drei- bis viermal pro Jahr den Dachdecker kommen lassen, um Schäden zu beheben. Die jetzige Gesamtplanung in Höhe von 250 000 Euro umfasst lediglich Standards und keinerlei Luxus“, sagt Thomas Mockenhaupt. Und weiter: „Eine solche Sanierung würde unsere gesamten Rücklagen aufbrauchen, große Einnahmequellen haben wir nicht, und vermutlich müsste Mörlen erstmals in seiner Geschichte Schulden machen. Wir haben nämlich noch weitere Projekte wie die Erschließung von Neubaugebieten und den Ausbau von Straßen vor der Brust.“
Auf Schulden möchte die Kommune aber unbedingt verzichten. Daher ist die Gemeindespitze zurzeit dabei, zusammen mit dem Planungsbüro entsprechende Dokumente vorzubereiten, mit denen bei Land und Bund Fördergelder beantragt werden sollen – so beispielsweise für 2016 Mittel aus dem Investitionsstock des Landes. Doch hat es Mörlen bei diesem Förderprogramm ebenso mit Konkurrenzvorhaben aus anderen Regionen zu tun wie bei den infrage kommenden Bundesprogrammen. „Es bleiben also noch viele Fragezeichen hinter einem möglichen Zeitplan und der Kostenverteilung“, so Mockenhaupt.
Die ehemalige Schule wurde 1993 ihrer neuen Bestimmung als Dorfgemeinschaftshaus übergeben. Das Gebäude ist der zentrale Treffpunkt für die Bürger Mörlens.
Haus wird vielseitig genutzt
Das Bürgerhaus in Mörlen wird von verschiedenen Gruppen und Vereinen regelmäßig genutzt. So finden hier die Übungsstunden mehrerer Sportgruppen statt. Die Chorgemeinschaft probt hier ebenso wie der Gitarrensingkreis. Auch für kirchliche Anlässe werden die Räume genutzt. Die Gemeindeverwaltung ist ebenfalls hier untergebracht. Da Mörlen keine Kneipe mehr hat, organisiert die Kommune seit Beginn des Jahres hier einmal monatlich einen Sonntagsfrühschoppen und einen Kaffeenachmittag für ihre Bürger. Darüber hinaus beherbergt das Gebäude den Jugendraum.