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Aus der "Westerwälder Zeitung": Leserbrief aus Mörlen zur Bürgerhaussanierung
Umbau: Laut Planungsbüro würde eine energetische Sanierung des Bürgerhauses Mörlen rund 250 000 Euro kosten.
„Da passt was nicht zusammen“
Mit Erstaunen las ich die Aussagen des Ersten Beigeordneten der Gemeinde Mörlen zum Thema Sanierung des Bürgerhauses in der WZ und im Mitteilungsblatt der VG. Darin teilt er mit, dass (obwohl die Kassen leer sind) die Gemeinde ein Planungsbüro beauftragt hat, den Finanzbedarf für oben erwähnte Sanierung zu ermitteln. Ergebnis: Es werden rund 227 000 Euro plus rund 15 000 Euro benötigt. Inklusive diverser Nebenkosten werden hier gerundet 250 000 Euro veranschlagt. Ich stelle mir die Frage: Ist eine solch umfassende Sanierung überhaupt erforderlich? Natürlich steht es außer Frage, dass eine energetische Gebäudesanierung ratsam ist. Allerdings sollte man auch über die finanziellen Mittel verfügen. Ist das nicht der Fall beziehungsweise hat man nicht die Möglichkeit, ein Darlehen zu bedienen, muss man von einem solchen Vorhaben Abstand nehmen. Es gibt bestimmt einige Immobilienbesitzer, die ebenfalls gerne Energie einsparen möchten und/oder einen Beitrag für die Umwelt leisten würden, die es aber aus genannten Gründen nicht umsetzen können. Dann ist das so.
Aber was bedeutet das im Umkehrschluss für das Gebäude? Ist es deshalb nicht mehr brauchbar beziehungsweise nutzbar? Doch, das ist es! Es geht auch ohne Solaranlage für Warmwassergewinnung (wie hoch ist der Warmwasserbedarf überhaupt?), ohne Wärmedämmverbundsystem mit neuem Putz und mit den alten Isolierglasscheiben. Auch die anderen genannten Arbeiten müssen nicht sein. Dass die Heizung und das Dach aufgrund des Alters erneuert werden müssen, steht wohl außer Frage. Hier sollte man die entsprechenden Fachleute/Handwerksmeister zurate ziehen und sich gegebenenfalls Angebote erstellen lassen. Das hätte man im Übrigen auch für alle anderen Arbeiten machen können. Dann hätte man sich schon mal das Geld für das Planungsbüro sparen können.
Wenn ich mir das Gebäude – erbaut in den 1960er-Jahren, umgebaut 1993 zum Bürgerhaus – so anschaue, stelle ich fest, dass es sowohl innen wie auch außen noch sehr ansehnlich und in einem guten Zustand ist. Es sind ja auch „erst“ 22 Jahre seit dem großen Umbau vergangen. Natürlich bleibt es nicht aus, dass hier und da nötige (Schönheits-)Reparaturen notwendig sind. Wie weiter zu lesen ist, verfügt die Gemeinde nicht über das nötige Geld für oben erwähnte Sanierung. Zusätzliche Einnahmen würden sich aktuell nicht abzeichnen. Diese Einnahmen – ich vermute, er meint damit die erhofften Einnahmen durch Windkraftanlagen – würden zudem von Teilen der Bürger infrage gestellt. Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, dann wird diese Art von Einnahmen von einem großen Teil der Bürger nicht nur infrage gestellt, sondern absolut nicht gewünscht! Täusche ich mich oder wird hier versucht, durch möglichst viele Ausgaben neue Argumente für die geplante Windkraft und deren Einnahmen zu erzeugen? Wie zu lesen ist, versucht die Gemeindeverwaltung mithilfe des Planungsbüros eine Bezuschussung durch Kreis und Land zu erwirken. Wenn dies nicht klappen sollte, fehle der Gemeindeverwaltung nach eigenen Angaben jede Fantasie, wie das Gebäude erhalten bleiben soll. Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, in welcher Höhe die Bezuschussung ausfallen könnte und, was noch viel wichtiger ist, wie hoch der Eigenanteil für die Gemeinde sein wird. Zur Erinnerung: Die Kassen sind leer. Da passt was nicht zusammen.
Joachim Barget, Mörlen