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2015Okt

Aus der "Westerwälder Zeitung": Motocrosser fahren für einen guten Zweck

Sozial: In Mörlen gaben 50 Fahrer Gas für die zweijährige Lara Sophie – Bauer stellte extra sein Land zur Verfügung

Von WZ-Reporterin Larissa Schütz

 

Unterhalb vom Mörlener Funkturm ist es laut. Die Zweitakter und Viertaktmotoren der Maschinen bilden den Soundtrack für ein Stoppelcross der besonderen Art. Rund 50 Fahrer aus der Region haben sich getroffen, um gemeinsam für einen guten Zweck Gas zu geben. Sie alle möchten die Familie der zweijährigen Lara Sophie, die an Krebs erkrankt ist, unterstützen. Insgesamt 1000 Euro konnten gesammelt werden.

Vor ein paar Jahren gab es bereits Benefiz-Motocross-Veranstaltungen zugunsten schwerstkranker Kinder, die jedoch im Laufe der Zeit etwas eingeschlafen sind. 2014 haben die drei Motocrosser Florian, Henning und Alexander aus Nauroth und Daaden das Event wiederbelebt und konnten insgesamt 200 Euro an die Freunde der Kinderkrebshilfe Gieleroth spenden. Ihnen ist wichtig, dass das Geld in der Region bleibt.

Dieses Jahr sind es noch mehr Fahrer geworden, die beim Stoppelcross in Mörlen ihre Runden drehen. Von 10 bis 50 Jahre sind alle Altersklassen vertreten. Hobbyfahrer starten neben Motocrossern, die auf Profiniveau fahren. Von der Enduro bis zur Vollcross sind die unterschiedlichsten Maschinen vor Ort. Ein einheimischer Bauer hat wieder sein Land zur Verfügung gestellt, auf dem die Strecke mit rot-weißem Flatterband abgesteckt ist. Viele Zuschauer sind da, wollen sich die rasanten Fahrmanöver und Sprünge der Crossfahrer nicht entgehen lassen, darunter auch Lara Sophie und ihre Familie. Auch viele neugierige Anwohner haben sich auf den Weg zum Funkturm gemacht. Die Veranstalter freuen sich, dass die Menschen aus Mörlen und Nauroth hinter ihnen stehen. Denn das ist in ihrem Sport nicht immer selbstverständlich, wissen die drei Organisatoren. „Wir Motocrosser haben eine wirklich schlechte Presse“, erklärt Florian. Ständig müssten sie sich mit Vorwürfen herumschlagen. Beispielsweise, dass sie illegal in Wald und Feld unterwegs seien, die Landschaft zerstören würden oder sogar Tiere zu Tode hetzen. „Unsere sportlichen Leistungen hingegen sind keine Meldung wert“, kritisieren die drei Männer, die selbst bereits erfolgreich an bundesweiten Wettbewerben teilgenommen haben. Schwarze Schafe gebe es überall, so die MX-Fahrer, aber mit denen wollen sie nicht über einen Kamm geschert werden. „Es stört uns sehr, dass unser Image immer wieder schlecht gemacht wird.“ Motocross ist eine weltweit anerkannte Sportart, deren Anfänge bereits 1900 gemacht wurden. Um einen Platz auf dem Siegertreppchen geht es beim Stoppelcross in Mörlen nicht. Es dient den Fahrern lediglich als Trainingsmöglichkeit. Denn an geeigneten Trainingsplätzen fehlt es den sportlichen Zweiradfahrern aus der Region. Im Vordergrund steht aber vor allem anderen der gute Zweck, für den die Benefizveranstaltung ins Leben gerufen wurde.

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