Mörlen historisch - Eine Gemeinde mit alter Wurzel und Zukunft

Die Ortsgemeinde Mörlen, heute Teil der Verbandsgemeinde Bad Marienberg (Westerwaldkreis), gehört zu den ältesten Siedlungen im oberen Westerwald. Erste Hinweise auf den Namen des Ortes finden sich bereits im Jahr 914/1048 unter dem Flussnamen „Nigra Morlaha“ – schwarze Moorwasser. Der urkundliche Nachweis erfolgt aber später: Am 13. November 1262 wurde die Gemeinde erstmals in einem Zinsregister der Abtei Marienstatt erwähnt, was 2012 zum Anlass für das 750-jährige Jubiläum wurde – obwohl der Ort deutlich älter ist  .

Historiker gehen davon aus, dass Mörlen bereits zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert im Zuge der Völkerwanderung entstanden ist. Einzelhöfe entwickelten sich über Jahrhunderte zu einer flächigen Siedlung im Haiger-Gau und später unter Herrschaft der Grafen von Sayn-Hachenburg ab 1345. Eine Zäsur unterbrach die Entwicklung: Nach Pest und 30-jährigem Krieg gab es 1650 nur noch drei bewohnte Häuser – 1693 waren es bereits wieder 17, und bis Ende des 18. Jahrhunderts stieg die Zahl auf rund 20 Häuser bei etwa 109 Einwohnern  .


1848 wurde Mörlens erster Bürgermeister ernannt

Gezählt waren nun die Jahre in der Grafschaft Sayn-Hachenburg, denn 1799 ging Mörlen als Besitz an die Fürsten von Nassau-Weilburg über.

Im Jahr 1816 erhielt Mörlen erstmals einen Schultheiß, 1848 folgte der erste Bürgermeister – ein Zeichen der zunehmenden kommunalen Selbstverwaltung. Der Politiker Ferdinand Weber, Bürgermeister von 1882 bis 1899, vertrat zudem regional politische Interessen im Nassauischen Kommunallandtag 

Nachdem das Herzogtum Nassau, zu dem Mörlen in dieser Zeit gehörte, den Deutschen Krieg 1866 an der Seite Österreichs verloren hatte, wurde es von Preußen annektiert und in die preußische Provinz Hessen-Nassau umgewandelt.

Mörlen gehörte fortan dem Regierungsbezirk Wiesbaden und dem Oberwesterwaldkreis mit dem Sitz in Bad Marienberg an.

Ehemalige Ortsbürgermeister:

1999 - 2004:
Gabriele Funken-Haubrich
1989 - 1999: Dieter Grahn
1969 - 1989: Karl Aust
1960 - 1969:
Josef Müller
1956 - 1960: Walter Grahn
1945/46 - 1956: Josef Greb
1933 - 1945: Willi Buchner
1930 - 1933 Alois Nauroth
1924 - 1929:
Johann Greeb
1918 - 1924: August Nauroth
1900 - 1918: Franz Nauroth
1882 - 1899: Ferdinand Weber
1848 - 1881
Anton Imhäuser

 

Mörlen gehört seit 1947 zu Rheinland-Pfalz

Im Jahr 1890 lebten bereits 260 Einwohner in der Gemeinde und ein Jahr später wurde in Mörlen eine katholische Pfarrei eingerichtet. Der technische Fortschritt zog 1905 mit dem Bau einer Wasserleitung und 1920 mit dem Anschluss an die Stromversorgung ein. Wenige Jahre später, 1936, wohnten in Mörlen 383 Menschen.
Im Zuge einer Reichsverordnung wurde 1944 die Provinz Hessen-Nassau aufgelöst und Mörlen wurde, wie der gesamte Regierungsbezirk Wiesbaden und der Oberwesterwaldkreis, der Provinz Nassau zugeordnet.

Dies hatte nach dem 2. Weltkrieg zur Folge, das Mörlen, das zum französisch besetzten Teil der Provinz gehörte, in den neu gegründeten Regierungsbezirk Montabaur eingegliedert wurde und seit 1947 dem Bundesland Rheinland-Pfalz angehört.

Von fränkischen Lehmhütten über Zisterzienserlebensräume bis zum Dorf Mörlen des 21. Jahrhunderts: Diese Ortsgemeinde verbindet Tiefe, Identität und Wandel. Ihre Geschichte reicht tief in die Vergangenheit – ihre Zukunft gestalten engagierte Bürger mit Blick auf Natur, Gemeinschaft und nachhaltige Entwicklung.